Rojava: Corona im Kriegszustand

Die Corona Krise stellt weltweit eine Herausforderung dar, auch in Rojava (Nordostsyrien) werden Maßnahmen getroffen um die Bevölkerung zu schützen. Nach wie vor finden Artelleriebeschusse statt, wie auf das Dorf Ereb Hesen bei Minbic und im Dorf Rebiat Nähe Serêkaniyê vor paar Tagen, woran ZivilistInnen starben. Die Türkei kappt das Wasser, sodass eine Millionen Menschen ohne ausreichender Versorung da stehen. Hinzu kommt der seit Tagen andauernde Aufstand von IS Gefangenen im Gefängnis von Hesekê in Nordostsyrien. Unter diesen erschwerten Bedingungen versucht die demokratische Selbstverwaltung kollektive Lösungen zu finden, wie sie die Gesellschaft schützen können.
In dem Artikel von medico International wird auf die Situation in der Krise eingegangen. Hier seht ihr einen Abschnitt vom Text:

„Wir geben unser Bestes, aber eigentlich übersteigt das was kommt, jegliche Kapazität. Wir sind mehr denn je auf internationale Hilfe angewiesen, wir brauchen Schutzausrüstung für unser Personal, Masken, Handschuhe, Testmöglichkeiten und Beatmungsgeräte.“ Das sagt uns Sherwan Bery von der medico-Partnerorganisation Kurdischer Roter Halbmond auf unsere Anfrage, wie sie mit der aktuellen Bedrohung durch das Coronavirus umgehen. Alle Mitarbeiter*innen des Halbmondes arbeiten momentan rund um die Uhr und bereiten die selbstverwaltete Region in Nordostsyrien auf den Ernstfall vor: Die Ausbreitung von Covid19 würde zu einer weiteren humanitären Katastrophe führen. In einer Region, in der etwa 1,3 Millionen Binnenvertriebe leben und die von Krieg und Besatzung gebeutelt ist, ist es eine schier unmögliche Aufgabe, bei einem Corona-Ausbruch eine angemessene Versorgung der Kranken sicherzustellen.“